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Negative Google Bewertung löschen: Was Praxen durchsetzen können

Negative Google Bewertung löschen: Prüfpflicht der Portale, BGH-Urteile und der Ablauf in fünf Schritten. Was Praxen rechtlich durchsetzen können.
september 1, 2026

 

NEGATIVE GOOGLE BEWERTUNG LÖSCHEN: WAS PRAXEN DURCHSETZEN KÖNNEN

Wie Praxen eine negative Google Bewertung löschen lassen: Prüfpflichten der Portale, die Grenzen des Löschanspruchs und der Ablauf, der tatsächlich funktioniert.

AUGUST 31, 2026

Rechtsrahmen nach DSA und DDG, die Leitentscheidungen des Bundesgerichtshofs und ein Verfahren in fünf Schritten, mit dem Sie eine negative Google Bewertung löschen lassen.

Ein Stern, kein Text. Der Name sagt niemandem im Team etwas, die Terminsoftware kennt ihn nicht, und trotzdem steht die Bewertung seit drei Wochen ganz oben im Profil. Praxisinhaber halten das für einen Fall, den man aussitzen muss. Das ist in den meisten Fällen falsch. Wer den richtigen Weg kennt, hat bei genau dieser Konstellation gute Aussichten. Wer den falschen wählt, macht die Sache schlimmer und riskiert im Extremfall ein Strafverfahren gegen sich selbst. Wer eine negative Google Bewertung löschen lassen will, braucht kein Machtwort, sondern das richtige Verfahren. Dieser Beitrag zeigt, worauf es rechtlich ankommt, wenn Sie eine negative Google Bewertung löschen lassen wollen, welche Bewertungen realistisch verschwinden und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten.

 

Negative Google Bewertung löschen: Die Kurzfassung

  1. Wer eine negative Google Bewertung löschen will, hat gegen den Verfasser zwar einen Anspruch, kann ihn aber kaum durchsetzen. Der wirksame Hebel ist die Prüfpflicht des Portals.
  2. Entscheidend ist die Einordnung: Unwahre Tatsachenbehauptungen müssen weg, Meinungsäußerungen dürfen bleiben, auch wenn sie hart ausfallen.
  3. Fehlt der Kontakt, genügt gegenüber dem Portal nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die schlichte Rüge. Sie müssen nicht beweisen, dass der Bewertende nie in Ihrer Praxis war.
  4. Das Telemediengesetz, auf das ältere Ratgeber verweisen, ist seit dem 14. Mai 2024 außer Kraft. Maßgeblich sind heute der Digital Services Act und das Digitale-Dienste-Gesetz.
  5. Eine öffentliche Antwort, die das Behandlungsverhältnis bestätigt, kann die ärztliche Schweigepflicht verletzen. Das ist der häufigste Fehler, wenn Praxen eine negative Google Bewertung löschen wollen.
  6. Belastbare amtliche Zahlen dazu, wie stark Bewertungen die Arztwahl in Deutschland beeinflussen, gibt es nicht. Wer Ihnen solche Zahlen präsentiert, sollte die Quelle nennen können.

 

Wer eine negative Google Bewertung löschen will, adressiert selten den Verfasser

Der Reflex, den Verfasser direkt anzugehen, führt fast immer ins Leere. Bewertungen sind in aller Regel unter Pseudonym verfasst, und einen Auskunftsanspruch auf die Identität hat der Bewertete nicht ohne Weiteres. Selbst wenn der Name bekannt ist, steht am Ende ein Zivilprozess gegen eine Privatperson, der Monate dauert und die Bewertung in der Zwischenzeit online lässt.

Rechtlich stützt sich ein Vorgehen gegen eine rufschädigende Äußerung auf § 823 BGB in Verbindung mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht oder dem Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb. Den Anspruch auf Beseitigung und Unterlassung leitet die ständige Rechtsprechung aus § 1004 BGB analog ab. Ein Hinweis, der in vielen Ratgebern untergeht: Der Wortlaut dieser Norm betrifft ausschließlich das Eigentum. Die Übertragung auf Persönlichkeitsrechte ist gefestigte Rechtsprechung, steht aber so nicht im Gesetz. Enthält die Bewertung eine unwahre Tatsachenbehauptung, die dem Erwerb schadet, kommt zusätzlich § 824 BGB in Betracht.

Der praktikable Weg, eine negative Google Bewertung löschen zu lassen, führt über das Portal. Google, Jameda und die übrigen Anbieter sind Hostinganbieter, und sie treffen Pflichten, die Sie ohne Anwalt und ohne Gerichtsverfahren auslösen können.

 

Was sich beanstanden lässt und was nicht

Bevor Sie eine negative Google Bewertung löschen lassen, steht die Einordnung als Tatsachenbehauptung oder Meinungsäußerung. Sie entscheidet über den Ausgang.

Eine Tatsachenbehauptung ist dem Beweis zugänglich. „Die Praxis hat meinen Befund an die falsche Adresse geschickt“ lässt sich überprüfen. Ist die Behauptung unwahr, muss sie weg. Eine Meinungsäußerung ist von der Meinungsfreiheit gedeckt, auch wenn sie ungerecht, pauschal oder ärgerlich ist. „Ich habe mich dort nicht gut aufgehoben gefühlt“ ist eine Bewertung des eigenen Erlebens und bleibt zulässig.

Die Grenze verläuft dort, wo eine Äußerung keinen Sachbezug mehr hat und nur noch der Herabsetzung dient. Solche Schmähkritik ist selten, und Gerichte nehmen sie nur zurückhaltend an. Verlassen Sie sich nicht darauf.

Für die Praxis heißt das: Lesen Sie die Bewertung Satz für Satz. Häufig steckt in einem überwiegend meinungsgeprägten Text ein einzelner tatsächlicher Kern, der unzutreffend ist. Dieser Kern ist Ihr Ansatzpunkt, nicht der Gesamteindruck des Textes.

 

Der wirksame Hebel: die Prüfpflicht des Portals

 

WAS DER BGH DEM PORTAL AUFGIBT

Die Leitentscheidung ist das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 1. März 2016 (BGH, Urteil vom 1. März 2016, Az. VI ZR 34/15). Der Senat hat dort das Verfahren vorgegeben, das ein Bewertungsportal einhalten muss, sobald es eine hinreichend konkrete Beanstandung erhält.

Das Portal muss die Beanstandung an den Bewertenden weiterleiten und ihn zur Stellungnahme auffordern. Es muss ihn dazu anhalten, den behaupteten Behandlungskontakt möglichst genau zu beschreiben und belegende Unterlagen zu übermitteln. Der Senat nennt dafür ausdrücklich vorhandene Rechnungen, Terminkarten, Eintragungen in Bonushefte und Rezepte. Diejenigen Informationen, die das Portal ohne Rechtsverstoß weitergeben darf, muss es dem Betroffenen übermitteln. Eine bloß formale Rückfrage genügt nicht.

Bleibt eine Stellungnahme innerhalb einer angemessenen Frist aus, ist von der Berechtigung der Beanstandung auszugehen, und der Eintrag ist zu löschen. Genau an dieser Stelle lässt sich eine negative Google Bewertung löschen, wenn sie aus Ärger oder Verwechslung entstanden ist.

 

WARUM DIE BLOSSE RÜGE GENÜGT

Der zweite Baustein ist jünger und für Praxen der wichtigere. Mit Urteil vom 9. August 2022 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Rüge des Bewerteten, der Bewertung liege kein Kundenkontakt zugrunde, grundsätzlich ausreicht, um die Prüfpflichten des Portals auszulösen (BGH, Urteil vom 9. August 2022, Az. VI ZR 1244/20). Zu einer näheren Begründung ist der Bewertete gegenüber dem Portal grundsätzlich nicht verpflichtet, und das gilt auch dann, wenn die Bewertung Angaben enthält, die für einen Kontakt sprechen.

Wer eine negative Google Bewertung löschen lassen will, muss also nicht das Gegenteil beweisen, sondern den fehlenden Kontakt behaupten. Die Grenze bildet der Rechtsmissbrauch, und eine nähere Begründung wird nur dann verlangt, wenn sich die Identität des Bewertenden ohne Weiteres aus der Bewertung ergibt.

Zwei Klarstellungen, die in der Ratgeberliteratur regelmäßig falsch laufen. Erstens betraf dieses Verfahren ein Hotelbewertungsportal, nicht Google. Die Grundsätze sind portalübergreifend formuliert, das Urteil ist aber kein Google-Urteil. Zweitens hat sich der Bundesgerichtshof bis heute nicht speziell zur Haftung von Google für Rezensionen geäußert. Zu dieser Frage existiert bislang nur instanzgerichtliche Rechtsprechung.

 

Was seit dem DSA gilt und warum das TMG nicht mehr weiterhilft

Hier liegt der häufigste inhaltliche Fehler in Beiträgen zu diesem Thema. Das Telemediengesetz ist seit dem 14. Mai 2024 nicht mehr in Kraft. Jede Fundstelle, die das Haftungsprivileg der Portale mit den früheren Paragrafen 7 bis 10 TMG begründet, ist überholt.

Maßgeblich ist heute Artikel 6 der Verordnung (EU) 2022/2065 über einen Binnenmarkt für digitale Dienste. Danach haftet ein Hostinganbieter für gespeicherte Nutzerinhalte nicht, solange er keine tatsächliche Kenntnis von rechtswidrigen Inhalten hat, und ab Kenntniserlangung nur dann nicht, wenn er zügig tätig wird. Deutsches Recht erstreckt diese Regelung über § 7 DDG auf alle Diensteanbieter, unabhängig davon, ob für die Nutzung ein Entgelt erhoben wird.

Praktisch bedeutet das: Ihre Beanstandung kann die Kenntnis begründen, die das Privileg entfallen lässt. Automatisch geschieht das nicht. Artikel 16 Absatz 3 der Verordnung verlangt, dass die Meldung so konkret ist, dass ein sorgfältig handelnder Anbieter die Rechtswidrigkeit ohne eingehende rechtliche Prüfung feststellen kann. Je präziser Sie den beanstandeten Satz benennen und einordnen, desto eher ist diese Schwelle erreicht. Ergänzend verlangt Artikel 16 von allen Hostinganbietern ein leicht zugängliches elektronisches Melde- und Abhilfeverfahren, in dem der genaue Speicherort des Inhalts anzugeben ist. Der Digital Services Act gilt seit dem 17. Februar 2024 vollständig.

Ein Detail für die Erwartungshaltung: Das interne Beschwerdemanagement nach Artikel 20 der Verordnung trifft nur Anbieter von Online-Plattformen, und Kleinst- und Kleinunternehmen sind davon ausgenommen. Bei Google greift es, bei einem kleinen Nischenportal nicht zwingend.

 

Was Google unabhängig von der Rechtslage entfernt

Wer eine negative Google Bewertung löschen will, hat neben dem rechtlichen Weg noch einen einfacheren. Google entfernt Rezensionen, die gegen die eigenen Richtlinien verstoßen, unabhängig davon, ob sie rechtswidrig sind. Dazu zählen nach den Richtlinien für verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte unter anderem gefälschte Interaktionen, die Manipulation von Bewertungen, nicht themenbezogene Inhalte, Werbung und Einwerbung sowie Belästigung. Ausdrücklich verlangt Google, dass Inhalte auf eigenen Erfahrungen beruhen.

Dieser Weg ist kostenlos und schnell, aber unzuverlässig. Er wird automatisiert entschieden, oft ohne erkennbare Begründung. Nutzen Sie ihn als ersten Versuch, eine negative Google Bewertung löschen zu lassen, verlassen Sie sich nicht darauf, und dokumentieren Sie die Ablehnung. Sie brauchen sie für den zweiten Schritt.

 

Wenn die Bewertung erkennbar nicht von einem Patienten stammt

Drei Konstellationen tauchen in Praxen immer wieder auf, in denen Praxen eine negative Google Bewertung löschen lassen wollen. Alle drei laufen über denselben Hebel.

Die Verwechslung. Der Verfasser meint eine andere Praxis, oft eine mit ähnlichem Namen im selben Ort. Das kommt häufiger vor, als man annimmt, und löst sich meist schon über die Beanstandung beim Portal.

Der Serienbewerter. Ein Profil, das innerhalb weniger Tage Dutzende Bewertungen in verschiedenen Städten hinterlässt, ist kein Patient. Prüfen Sie das Profil, bevor Sie melden, und benennen Sie das Muster in der Beanstandung.

Der Mitbewerber. Hier ist Zurückhaltung angebracht. Ein Verdacht ist keine Tatsache, und eine öffentlich geäußerte Unterstellung fällt auf Sie zurück. Der belastbare Weg bleibt derselbe: Behandlungskontakt bestreiten, Prüfpflicht auslösen, das Portal die Nachweise einfordern lassen.

In allen drei Fällen gilt die Logik der oben genannten Rechtsprechung. Sie müssen nicht beweisen, wer dahintersteckt. Sie müssen den Kontakt bestreiten und das Verfahren in Gang setzen.

 

Negative Google Bewertung löschen: der Ablauf in fünf Schritten

Erstens: Sichern Sie die Bewertung, bevor Sie eine negative Google Bewertung löschen lassen. Screenshot mit Datum, vollständiger Text, Profilname, die genaue URL. Bewertungen verschwinden und tauchen wieder auf, und ohne Dokumentation steht Ihre Beanstandung auf wackligem Grund.

Zweitens: Ordnen Sie ein. Tatsachenbehauptung oder Meinung, Behandlungskontakt vorhanden oder nicht. Prüfen Sie den Kontakt sorgfältig anhand Ihrer Terminverwaltung, bevor Sie ihn bestreiten. Eine unzutreffende Rüge fällt auf Sie zurück.

Drittens: Melden Sie über das Formular der Plattform. Verweisen Sie auf den konkreten Richtlinienverstoß, nicht auf Ihr Rechtsempfinden. Halten Sie sich kurz.

Viertens: Bleibt die Meldung erfolglos, folgt die förmliche Beanstandung mit Fristsetzung. Sie benennt den beanstandeten Satz wörtlich, ordnet ihn rechtlich ein, bestreitet gegebenenfalls den Behandlungskontakt und verweist auf die Prüfpflicht nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sowie auf Artikel 16 des Digital Services Act. Ab hier ist anwaltliche Unterstützung sinnvoll, wenn Sie die negative Google Bewertung löschen lassen wollen.

Fünftens: Erst danach kommen einstweilige Verfügung oder Klage in Betracht. Rechnen Sie mit Kosten und Dauer, und wägen Sie ab, ob eine einzelne Bewertung das wert ist.

 

Der häufigste Fehler: die öffentliche Antwort

Viele Praxisinhaber antworten sofort. Das ist verständlich und in dieser Form gefährlich.

Wer öffentlich schreibt, der Beschwerdeführer sei am Dienstag zur Wurzelbehandlung da gewesen, offenbart ein Behandlungsverhältnis. Damit ist der Tatbestand des § 203 StGB im Raum, der Ärzte, Zahnärzte und Angehörige anderer Heilberufe ausdrücklich nennt. Die Einordnung einer öffentlichen Bewertungsantwort unter diese Norm ist eine juristische Bewertung und kein Gesetzeswortlaut, aber das Risiko ist real, und der Bewertende hat Sie nicht von der Schweigepflicht entbunden, indem er eine Bewertung geschrieben hat.

Die tragfähige Antwort bestätigt nichts und bestreitet nichts. Sie ist kurz, sachlich, dankt für die Rückmeldung, verweist auf das persönliche Gespräch und nennt einen Kontaktweg. Sie richtet sich ohnehin nicht an den Verfasser, sondern an die stillen Mitleser, die Ihre Reaktion als Qualitätsmerkmal lesen.

 

Was es nicht leistet, eine negative Google Bewertung löschen zu lassen

Eine einzelne entfernte Bewertung verändert Ihr Profil kaum. Der Durchschnitt bewegt sich erst, wenn genügend aktuelle, echte Bewertungen dazukommen. Das ist der eigentliche Hebel, und er ist zulässig, solange Sie nicht incentivieren. Wie Sie das rechtssicher aufbauen, haben wir im Beitrag zu Jameda-Bewertungen für Ärzte beschrieben.

An dieser Stelle die notwendige Ehrlichkeit zur Datenlage: Eine amtliche deutsche Statistik dazu, wie stark Online-Bewertungen die Arztwahl beeinflussen, ist uns nicht bekannt. Eine eigene Erhebung des Statistischen Bundesamtes zu dieser Frage gibt es nach unserer Prüfung nicht, und die zuletzt 2021 durchgeführte Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung enthielt dazu keine Frage. Die Zahlen, die in Fachbeiträgen kursieren, stammen aus nicht-amtlichen Einzelbefragungen und sind überwiegend mehrere Jahre alt. Wir verwenden sie deshalb nicht, und Sie sollten Angeboten misstrauen, die darauf aufbauen.

 

FAQ: negative Google Bewertung löschen

 

KANN ICH EINE NEGATIVE GOOGLE BEWERTUNG LÖSCHEN LASSEN, WENN SIE NUR AUS EINEM STERN BESTEHT?

Häufig ja. Eine Sternebewertung ohne Text enthält kaum eine überprüfbare Aussage, behauptet aber implizit einen Kontakt. Bestreiten Sie diesen Kontakt, greift die Prüfpflicht, und das Portal muss beim Bewertenden nachfassen.

 

WIE LANGE DAUERT DAS VERFAHREN?

Wie lange es dauert, eine negative Google Bewertung löschen zu lassen, hängt vom gewählten Weg ab. Die Meldung über das Plattformformular wird meist innerhalb weniger Tage entschieden. Die förmliche Beanstandung mit Prüfverfahren dauert regelmäßig mehrere Wochen, weil der Bewertende Gelegenheit zur Stellungnahme erhält. Verbindliche Fristen für die Bearbeitungsdauer nennt der Digital Services Act nicht.

 

MUSS ICH BEWEISEN, DASS DER VERFASSER NIE IN MEINER PRAXIS WAR?

Nein. Nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 9. August 2022 genügt gegenüber dem Portal grundsätzlich die Rüge des fehlenden Kontakts. Eine nähere Begründung wird nur verlangt, wenn sich die Identität des Bewertenden ohne Weiteres aus der Bewertung ergibt.

 

DARF ICH PATIENTEN UM BEWERTUNGEN BITTEN?

Bitten ja, bezahlen oder mit Vorteilen verknüpfen nein. Auch die Auswahl nur zufriedener Patienten ist heikel. Den Rahmen dafür haben wir im Beitrag Praxismarketing: Was ist erlaubt ausführlich dargestellt.

 

WAS KOSTET DIE ANWALTLICHE DURCHSETZUNG?

Das hängt vom Streitwert und vom Verfahrensgang ab und lässt sich seriös nicht pauschal beziffern. Belastbare Durchschnittswerte für dieses konkrete Verfahren liegen uns nicht vor, weshalb wir hier bewusst keine Zahl nennen.

 

WAS MACHE ICH MIT EINER BERECHTIGTEN NEGATIVEN BEWERTUNG?

Stehen lassen und beantworten. Ein Profil ohne jede Kritik wirkt auf Leser unglaubwürdig, und der Versuch, sachlich zutreffende Kritik zu entfernen, ist aussichtslos. Nutzen Sie die Antwort, um Ihre Haltung zu zeigen, ohne das Behandlungsverhältnis zu bestätigen.

 

KANN GOOGLE MEIN UNTERNEHMENSPROFIL VOLLSTÄNDIG LÖSCHEN?

Ein Anspruch auf vollständige Löschung eines Profils besteht nur ausnahmsweise. Der Bundesgerichtshof hat einen solchen Anspruch 2018 gegen Jameda zugesprochen, weil das Portal seine Rolle als neutraler Informationsmittler verlassen hatte (BGH, Urteil vom 20. Februar 2018, Az. VI ZR 30/17). 2021 hat der Senat klargestellt, dass es kein strenges Gleichbehandlungsgebot gibt und stets der Einzelfall entscheidet (BGH, Urteile vom 12. Oktober 2021, Az. VI ZR 488/19 und VI ZR 489/19).

 

Fazit: Erst einordnen, dann beanstanden

Eine negative Google Bewertung löschen zu lassen ist kein Machtkampf, sondern ein Verfahren. Wer den tatsächlichen Kern der Aussage sauber von der Meinung trennt, den Behandlungskontakt vor der Rüge prüft und die Beanstandung an das Portal richtet statt an den Verfasser, setzt deutlich mehr durch als der, der sofort öffentlich antwortet.

Der wichtigste Satz für Ihr Team lautet trotzdem anders: Wer eine negative Google Bewertung löschen lässt, gewinnt damit keinen Patienten. Ein Profil, das laufend echte, aktuelle Bewertungen sammelt, trägt einzelne Ausreißer ohne Aufwand.

→ BERATUNGSTERMIN BUCHEN

Weiterführend: Marketing für Ärzte als Einstieg in die Gesamtstrategie, Patientengewinnung zu Zahlen und rechtlichen Grenzen, Praxiswebsite für Ärzte zur Website als Anlaufpunkt sowie unsere Leistungen im Überblick.

Amit Kapoor
CEO

TERMIN ANFRAGE

Stand: 31. August 2026. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Zur Haftung von Google für Nutzerrezensionen liegt bislang keine Entscheidung des Bundesgerichtshofs vor; die dargestellten Grundsätze stammen aus Verfahren gegen andere Bewertungsportale. Die Einordnung einer öffentlichen Bewertungsantwort unter § 203 StGB ist eine rechtliche Bewertung und bislang nicht höchstrichterlich geklärt.

 

Amit Kapoor, Gründer und CEO von Klinik X

Amit Kapoor

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